Pressetexte

  • Frühere Verhältnisse / Häuptling Abendwind

    Ein Abend der gemeinsamen Gegensätze mit zwei Einaktern von Johann Nepomuk Nestroy.

    REGIE Mathias Schuh AUSSTATTUNG Rafaela Wenzel 
    Nestroy diametral: HÄUPTLING ABENDWIND und FRÜHERE VERHÄLTNISSE Ein Abend der gemeinsamen Gegensätze mit zwei Einaktern von Johann Nepomuk Nestroy Die beiden letzten Werke von Nestroy, beide 1862 geschrieben, sind in vieler Weise bemerkenswert. Das eine ist das meistgespielte, das andere das vernachlässigte Stück des Meisters des österreichischen Humors. Nestroy konzentrierte sich in seinen letzten beiden Werken auf einen zentralen Handlungsstrang und verdichtete die Sprache so wie die Handlung auf das Essentielle. FRÜHERE VERHÄLTNISSE ist dabei ein typischer Nestroy. Herr Scheitermann versucht seit seiner Hochzeit seine einfache Herkunft vor seiner „Frau aus gutem Hause“ zu verbergen. Als ausgerechnet der heruntergekommene Anton Muffl, bei dem Scheitermann einst selbst Hausknecht war, sich für die Stelle des Hausdieners bewirbt droht der Schwindel aufzufliegen. Dazu kommt noch, dass auch Peppi, eine frühere Affäre Scheitermanns, bei seiner Frau vorspricht und ebenfalls die Stelle bekommt. Die Folge: Verwirrung, Vertuschung, Erpressung, falsche Verdachtsmomente, kurz: alles was zu einem klassischen Nestroy gehört. Dadurch wurde FRÜHERE VERHÄLTNISSE eines der meistgespielten Stücke Nestroys. Anders HÄUPTLING ABENDWIND, das letzte Werk Nestroys. Der Schauplatz ist eine Insel, die handelnden Figuren sind Eingeborene mit Hang zum Kannibalismus. Erinnert an eine Schrebergartensiedlung mit all ihren Problemen, doch mit der fatalen Frage: wer kommt auf den Grill? HÄUPTLING ABENDWIND ist dabei brandaktuell, denn das Fremde bekommt auf der Insel eine große Bedeutung und so beleuchtet das Stück auch den Umgang mit dem Fremdem. Wer ein Meer hat braucht keine Mauer zu bauen. Doch sind Meere nicht unüberwindbar, wie wir alle wissen. Es lässt sich im Sinne Nestroys einiges herauslesen aus der Menschenfresserei. Dabei birgt die Sprache Nestroys ungeahnten Humor, legt man sie in die Münder von „Eingeborenen“, Einheimischen oder denen die schon immer da waren, in ihrer scheinbar heilen Welt. So unterschiedlich diese beiden Stücke sind, so eignen sie sich hervorragend zur Gegenüberstellung. 2019 wird nun die theaterachse ihre Sommerproduktion mit diesen beiden Stücken von Nestroy gestalten. Ein Ausflug der nach Hermann Bahr und Karl Schönherr, sehr gut zum Spielstil und der Anlage der theaterachse passt.
  • Hänsel und Gretel

    nach den Brüdern Grimm für alle ab 4 Jahren.


    REGIE Mathias Schuh AUSSTATTUNG Rafaela Wenzel MUSIK Mathias Schuh 
    Die Eltern sind arbeitslos, die Miete muss bezahlt werden. Sie hören wie ihre Eltern über die Situation sprechen und ihre Mutter denkt daran die Kinder in ein Heim zu geben. Die beiden Schwestern Hansi und Gretel machen sich heimlich auf die Suche nach dem großen Schatz, von dem ihnen ihr Vater bei der abendlichen „Gute Nacht – Geschichte“ erzählt. Alleine im Wald, überall Geräusche, unheimliche Gesichter und Tiere. Aus Angst nach Hause, dort wartet der Gerichtsvollzieher - wieder in den Wald, sich erschrecken, sich verlaufen, sich wieder finden, zusammenhalten, zusammen durchhalten. Der Weg nach Hause ist nicht mehr auffindbar, die Brotkrumen wurden von den Vögeln gefressen. Doch da finden sie ein kleines Haus, erst sieht es wie aus wie aus wie aus dem Märchen, doch je mehr man von den Lebkuchen isst, desto mehr verwandelt es sich zu einem großen Bildschirm aus dem die Hexe spricht. Sie bannt Hansi vor den Bildschirm. Er kann nicht mehr wegschauen. Verfällt ganz der Faszination. Wie hypnotisiert kann er nur noch Kekse und Chips knabbernd auf den Bildschirm klotzen und wird immer dicker. Gretel hat die Gefahr erkannt und versucht Hansi zu befreien, die Hexe vom Bildschirm zu wischen oder auszuschalten doch alles ist verhext, und auch sie kann sich dem Einfluss der Hexe nicht ganz entziehen doch schließlich gelingt ihr durch eine List die Hexe loszuwerden und Hansi zu erlösen. Natürlich finden sie dann auch den Schatz, der Wald lichtet sich und sie kehren glücklich nach Hause zurück. Zwei SchauspielerInnen spielen in einer Kulisse aus Videoanimationen. Und doch ist alles so gestaltet, dass der Schwerpunkt auf den SchauspielerInnen und der Fantasie des Publikums liegt. Wichtig ist uns die Beziehung der beiden Hauptfiguren und eine maßvolle Aktualisierung des Stoffes.